05.04.2012 "Schulfrei für zuckerhaltige Getränke!"

Organisation diabetesDE fordert gesunde Getränke an Schulen und bekommt Unterstützung von der CDU und den Grünen.

Presse-Information der Organisation "diabetesDE"

Berlin –  Übergewicht und Adipositas sind Hauptrisikofaktoren für die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes. Die Grundlagen werden häufig schon im Kindes- und Jugendalter gelegt. Eine Ursache hierfür ist der hohe Konsum ungesunder Lebensmittel.

Schulen: mangelhafte Qualität
Auch Schulen tragen zu dieser Entwicklung bei, wenn sie eine mangelhafte Qualität in der Mittagsverpflegung und ein ungesundes Angebot von Süßgetränken über Naschwaren und kalorienreichen Snacks an schuleigenen Kiosken dulden. Die Politik sollte hier regelnd eingreifen, denn Schulen sollten Kinder mit ihrem Angebot nicht zu einem ungesunden Lebensstil verführen, kritisieren Experten von diabetesDE –  Deutsche Diabetes-Hilfe.

Online-Petition unterzeichnen
Daher fordert die gemeinnützige Organisation jetzt in einem ersten Schritt auf  zur Unterzeichnung einer Online-Petition gegen den Verkauf von zuckerhaltigen Getränken an Schulen. „Wir schätzen, dass aktuell in Deutschland bereits  5 000 Kinder und Jugendliche mit Diabetes Typ 2 leben “, so Professor Dr. med. Thomas Danne, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe.  

Der Lebensstil ist schuld
Die Ursachen für den dramatischen Anstieg vermuten Diabetologen im Lebensstil der Jugendlichen: „Sie bewegen sich zu wenig und ernähren sich zunehmend ungesund – hier müssen wir so früh wie möglich eingreifen“, fordert der Chefarzt vom Kinderkrankenhaus auf der Bult, Hannover. „Kinder in Deutschland konsumieren mehr als doppelt soviel ungesunde Getränke und Lebensmittel, als gut für sie wäre.“

Jugendliche: 30 kg Zucker pro Jahr durch Limos!
Dazu zählen zu süße, zu fette und zu salzige Lebensmittel. „Allein über Limonaden nehmen Jungen im Alter von 6 Jahren bereits 5 kg Zucker pro Jahr auf (1.666 Zuckerwürfel) und im Alter von 15-17 Jahren sind es bereits 30 kg Zucker (10.000 Zuckerwürfel). Schulen sollten es den Kindern leicht machen, einen gesunden Lebensstil auch zu leben.“, so Danne. Stattdessen bieten Schulverpflegungseinrichtungen, Schulkioske und Getränkeautomaten zuckerhaltige Getränke wie Cola, Limonaden, Fruchtsaft, -nektar und Eistee an.

Appell an Berliner Schulen
Diese Getränke erhöhen vermutlich das Risiko für starkes Übergewicht und Diabetes Typ 2, weil sie nicht satt machen, obwohl sie viele Kalorien enthalten. Mit der Online-Petition „Schulfrei für zuckerhaltige Getränke!“ fordert diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (BDKJ) nun in einem Pilotprojekt Berliner Schulen dazu auf, eine Vorbildfunktion für andere Bundesländer einzunehmen und zuckerhaltige Getränke nicht mehr zu verkaufen. Eine Forderung, die auch Politikerdiverser Parteien mittragen können:

Jens Spahn (CDU): "überzuckerte Geträmke"
In einer Podiumsveranstaltung der Charité gestand der gesundheitspolitische Sprecher der CDU Jens Spahn: „Ein Verbot überzuckerter Getränke an Schulen – darüber würde ich mit mir reden lassen.“ Und auch die ernährungspolitische Sprecherin der Grünen Nicole Maisch steht voll und ganz hinter der Forderung von diabetesDE: „Ein Verkaufsverbot von Limonaden an Schulen ist ein erster Schritt, die Kinder vor der Aufnahme von zu viel Zucker zu bewahren“. Die Petition steht online unter:
http://www.petitiononline.de/petition/schulfrei-fuer-zuckerhaltige-getraenke/887

Ihre Kontakte für Rückfragen:
 
diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe
Nicole Mattig-Fabian (Geschäftsführung)
Reinhardtstraße 31
10117 Berlin
Tel.: +49 (0)30 201 677-12
Fax: +49 (0)30 201 677-20
E-Mail: mattig-fabian(at)diabetesde(dot)org
www.diabetesde.org
www.deutsche-Diabetes-hilfe.de

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