01.02.2012 Diabetes: Gute Behandlung schützt Ohr im Alter

Hörverlust im Alter bei Diabetes stärker.

Diabetes kann bei Frauen dazu führen, dass der Hörverlust im Alter schneller vor sich geht als bei anderen. Das trifft meist dann zu, wenn die Krankheit nicht optimal durch Medikamente kontrolliert wird, berichten US-Forscher am Treffen der undefinedTriological-Gesellschaft  in Florida. "Hörverlust ist im Alter bis zu einem bestimmten Grad normal. Oft wird er jedoch durch Diabetes verschlimmert, sofern der Blutzucker nicht durch Therapie und Ernährung im Griff ist", sagt Studienleiter Derek J. Handzo vom undefinedHenry Ford Hospital in Detroit.

Zucker schlägt sich aufs Ohr

Handzo führte an 1.000 Patienten einen Hörtest mit Sinuston- und Spracherkennung durch und ordnete die Ergebnisse nach Alter, Geschlecht und Diabeteserkrankung. Bei den Erkrankten unterschied er auch nach den Blutwerten. Bei männlichen Probanden war der Hörverlust durchgehend stärker, egal ob sie an Zuckerkrankheit litten oder nicht. Bei Frauen hatten Diabetes-Betroffene unter 60 Jahren ein schlechteres Gehör als Gleichaltrige. Ab diesem Alter gab der Zuckerwert den Ausschlag, da nur schlecht eingestellte Diabetikerinnen mehr Hörverlust zeigten.

Plausibel, aber nicht dokumentiert

Bisher ist die von den US-Forschern festgestellte stärkere Beeinflussung des Gehörs bei Diabetikern in der Medizin nicht bekannt, betont Andreas Fritsche, Pressesprecher der undefinedDeutschen Diabetes Gesellschaft. "Einzig beim mitochondrialen Diabetes, einer seltenen neurologischen Spezialform von Typ-2-Diabetes, ist dieser Zusammenhang bisher gut dokumentiert", so der Experte. Weit besser dokumentiert sei der Diabetes-Einfluss etwa auf das Sehen, Riechen oder Schmecken.

Dennoch hält es auch der Tübinger Diabetologe als plausibel, dass sich Störungen der Mikrozirkulation bei Diabetes auf die Hörfähigkeit auswirken könnten. "Das Gehör hängt sehr empfindlich von der Durchblutung der kleinsten Blutgefäße im Hörgang ab. Ist der Blutzuckerspiegel hoch - was bei Diabetikern besonders bei schlecht eingestellter Medikation und Ernährung der Fall ist - ist eine Beeinflussung vorstellbar."

Quelle: pte

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